Nagetiere in der kalten Jahreszeit
Unsere heimischen Nagetierein der kalten Jahreszeit
Immer was zu nagen? Wie überwintern Nagetiere in Zeiten des Klimawandels
Sicher habt ihr es schon mitbekommen!? Bei den Naturpark-Detektiven haben sich seit kurzem zwei Mäuse einquartiert. Wildo, die Waldmaus und Flavi, die große Gelbhalsmaus, haben Schutz gesucht vor dem nasskalten Herbstwetter und dem herannahenden Winter. So sind sie also im Baumhaus unserer drei Freunde gelandet und dürfen sich in dessen Wurzelwerk ein Winterquartier einrichten. Vielleicht fragt ihr euch, ob es nicht auch bei euch Zuhause an einem kalten Herbstabend leise an der Tür klopfen könnte und draußen stehen kleine Mäuse und bitten um Einlass in eure warme Stube.
Mäuse suchen „menschliche Wärme“
Genau so wie unseren Naturpark Detektiven in der Geschichte mit den Klimamäusen wird es euch sicher nicht ergehen. Einige Mausarten suchen aber in der kalten Jahreszeit tatsächlich die Nähe von uns Menschen, weil es dort meist wärmer ist und sie dort mehr zu fressen finden als in der freien Natur. Dazu gehören zum Beispiel Waldmäuse (wie Wildo), Gelbhalsmäuse (wie Flavi), aber auch Rötelmäuse und natürlich – wie ihr Name schon verrät – die Hausmaus.
Mäuse als unsere heimlichen Untermieter quartieren sich in Kellern, Gartenhäusern oder Garagen ein, aber auch in Holzstapeln oder Laubhaufen. Dort richten sie sich meist wohnlich ein mit allem, was sie an weichem, wärmendem Material finden. Die meisten dieser Mausarten legen auch Winter-Nahrungsvorräte an, an denen sie sich regelmäßig bedienen. Mäuse sind nämlich auch bei eisigen Temperaturen aktiv und halten keinen Winterschlaf oder Winterruhe.Schlafen oder Ruhen oder ganz viel tun?
Aber wie sieht es bei anderen Nagetieren aus, zu denen die oben genannten Mäuse alle gehören? Dazu wäre zuerst Mal zu klären, welche heimischen Tiere denn zur großen Gruppe der Nagetiere gehören. Darunter sind einige sehr bekannte Arten, wie Eichhörnchen, Hamster oder Biber, und sie haben ganz unterschiedliche Formen entwickelt, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Lasst uns das Mal genauer anschauen!
Die Winterschläfer unter den Nagetieren
Manche Nagetiere, wie die Haselmaus oder der Gartenschläfer (auf dem Foto links), verschlafen den Winter komplett in warmen Nestern, zum Beispiel in Laubhäufen, oder Baum- und Erdhöhlen. So ein Winterschlaf kann dabei bis zu einem halben Jahr dauern, also ganz schön lange.
Beim Siebenschläfer (auf dem Foto rechts) dauert er sogar noch länger – wie seinName uns schon verrät, denn der bezieht sich auf die Anzahl der Monate, die das kleine Nagetier einfach verpennt. Dabei zehren Winterschläfer, wie Haselmaus und Siebenschläfer von Fettreserven, die sie sich im Sommer angefressen haben und die sie im Schlaf dann aufbrauchen.
Der Feldhamster hält ebenfalls Winterschlaf, aber nicht durchgängig über mehrere Monate hinweg. Er wacht immer wieder auf wenn ihn der Hunger weckt. Er kann sich dann an den Vorräten bedienen, die er im Sommer und Herbst direkt in seinem Hamsterbau eingelagert hat. Auch wenn Feldhamster immer wieder aufwacht um zu Fressen, zählt man ihn doch zu den Winterschläfern, da der doch lange Zeiten am Stück tief schläft im Winter. Das unterscheidet ihn vom nachfolgenden Nagetier.
Die Winterruher unter den Nagetieren
Das bekannteste Nagetier, das Winterruhe hält, ist das Eichhörnchen. Es überwintert dadurch, dass es lange Phasen hat, in denen es ausgiebig ruht und die Ruhe nur unterbricht, wenn es Hunger verspürt und sich aus seinen Nahrungsvorräten bedient. Das Eichhörnchen muss dann seinen Kobel verlassen und einige seiner vielen Nüsse oder Eicheln finden, die es im Spätsommer und Frühherbst als Vorrat versteckt hat.Manche Nagetiere sind auch in der kalten Jahreszeit aktiv
Das größte unserer heimischen Nagetiere – der Biber – gehört zu den Arten, die auch im Herbst und Winter aktiv bleiben. Und das, obwohl er sich ja meist am und im Wasser aufhält. Er verbringt viel Zeit in seinem Bau, zieht aber auch los – meist in der Dämmerung – um von seinen Vorräten zu fressen, die er im Sommer angelegt hat. Das sind meist junge Zweige und Rinde, welche die Biber teilweise auch unter Wasser ablegen, damit diese frisch und saftig bleiben.Die Nagetiere und der Klimawandel im Herbst und Winter
Da unsere heimischen Nagetiere unterschiedliche Strategien entwickelt haben, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen, sind sie auch ganz unterschiedlich von den Auswirkungen des Klimawandels im Herbst und Winter betroffen. Manche Nagetiere, die auch im Winter aktiv sind, wie Mäuse oder die Biber, profitieren teilweise sogar von den milderen Temperaturen, weil sie mehr Nahrung finden und weniger von ihnen erfrieren.
Nagetiere, die Winterschlaf halten, wie Haselmäuse und Garten- undSiebenschläfer, kommen in ihrem Ruhemodus durcheinander und werden durch das wärmere Wetter und die erhöhte Aktivität um sie herum gestört in ihrem Schlaf. Das ist sehr ungesund und gefährlich für diese Nager. Aber auchEichhörnchen, die ja Winterruhe halten, bringen die wärmeren Winter in Schwierigkeiten. Sie wachen bei den wärmeren Temperaturen öfter auf und müssen dann losziehen und sich aus ihren Vorräten verpflegen. Das kostet Kraft und ist auch nicht ganz ungefährlich für die kleinen Nagetiere.
Das Herbst- und Winterwetter im Klimawandel

Zusammenfassung
Auch im Herbst und Winter wird der Klimawandel immer stärker spürbar. Am Beispiel der verschiedenen heimischen Nagetiere sieht man, dass deren ganz unterschiedlichen Überlebensstrategien für die kalte Jahreszeit teilweise nicht mehr so gut funktionieren, wenn das Klima zunehmend wärmer wird.
Hier gibt es weitere Infos zu einigen unserer heimischen Nagetiere:
Klimasteckbrief Gartenschläfer
Allgemeine Klima-Infos:








