Wie überwintern Insekten?
So überwintern Sechsbeiner
Gibt es Insekten, die sich im Herbst wie die Zugvögel auf die Reise in den Süden begeben? Ja! Wanderfalter verbringen die kalten Monate in wärmeren Gegenden. Die meisten Insekten aber bleiben trotz der Kälte hier bei uns. Sie harren aus, bis es im Frühling wieder wärmer wird. Doch wie können sie die frostigen Temperaturen im Winter überleben?
Hierzu haben sie unterschiedliche Strategien entwickelt: Manche von Ihnen überwintern als Ei, Puppe oder Larve. Andere als fertige (adulte, also erwachsene) Insekten. Dafür suchen sie sich meist ein gut geschütztes, frostfreies Versteck. Insekten sind wechselwarme Tiere. Das heißt, dass ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur entspricht. Bei Kälte fallen sie in eine Winterstarre, ihr Stoffwechsel verlangsamt sich und sie verbrauchen nur sehr wenig Energie.
Und dann gibt es noch einen ganz besonderen Trick: Manche Insekten haben das natürliche Frostschutzmittel Glycerin in ihrem Körper. Das sorgt dafür, dass ihre Körperflüssigkeiten nicht einfrieren. Der Gefrierpunkt liegt dann nicht mehr wie gewöhnlich bei 0°C, sondern -gesenkt durch das Glycerin – ein paar Grad Celsius tiefer. So können die Insekten auch niedrigere Temperaturen aushalten.
Und so überwintern ...
Marienkäfer
Marienkäfer überwintern nur selten alleine, sondern meist in größeren oder kleineren Gruppen. So können sie sich gegenseitig wärmen. Sie suchen sich einen geschützten Platz: In Laubhaufen, im Moos, unter Steinen und Rinde oder in Ritzen und Spalten an Häusern und Dächern. Haben sie ein passendes Versteck gefunden, fallen sie in eine Winterstarre. Sie zehren dann von den Reserven, die sie sich im Sommer angefressen haben. Außerdem haben sie ein natürliches Frostschutzmittel in ihrem Körper – das Glycerin. Es senkt den Gefrierpunkt und verhindert so, dass Marienkäfer erfrieren
Wanzen

Wanzen überwintern als erwachsene Tiere in geschützten Verstecken in der Natur (z. B. unter Baumrinde oder im Laub) oder an Gebäuden in Ritzen, Spalten und unter Holzverkleidungen.
Sie reagieren empfindlich auf niedrige Temperaturen und sind daher auf ein warmes Winterversteck angewiesen. Im Herbst zieht es sie daher oft auch in Wohnungen.
Wildbienen und Hummeln
Wildbienen leben meist nicht in Gemeinschaft, also nicht in einem Bienen-Staat. Sie überwintern einzeln, als Biene oder als Bienenpuppe in einem Kokon. Unterschlupf finden sie in Asthöhlen, Büschen, Trockenmauern, Steinhaufen oder auch Insektennisthilfen. Manche überwintern auch im Boden.Bei den Hummeln überwintert nicht das ganze Volk, sondern nur die Jungköniginnen. Diese paaren sich noch im Herbst. Die Arbeiterinnen, Drohnen und die alte Königin sterben im Herbst. Zum Überwintern suchen sich die Jungköniginnen ein gutes Versteck. Meist im Boden, zum Beispiel in Mäusenestern, oder unter Laub und Moospolstern. Dort harren sie bis ins Frühjahr aus und gründen dann ein neues Hummelvolk. Hummeln gehören zu den ersten Frühlings-Gäste im Garten. Nach der langen Winterpause sind sie sehr hungrig. Frühblüher wie Winterlinge, Krokusse oder Märzenbecher sind dann willkommene Nahrungsquellen.
Ameisen
Wenn die Temperaturen sinken, zieht sich der gesamte Ameisenstaat in sein Winternest zurück. Dieses befindet sich tief unter der Erdoberfläche unter dem sichtbaren, oberirdischen Teil des Ameisen-Baus.
Um sich vor Frost und Schnee zu schützen, verschließen die Ameisen alle Ausgänge des Baus nach außen.
Dann fallen sie in eine Kältestarre. Ihr Stoffwechsel verlangsamt sich stark, sie sind inaktiv und ruhen.
Auch bei Ameisen verhindern körpereigene Frostschutzmittel, die den Gefrierpunkt ihrer Körperflüssigkeiten senken, dass sie gefrieren und sterben.
Schmetterlinge
Schmetterlinge nutzen alle Strategien der Überwinterung: Je nach Art wird die kalte Jahreszeit als Ei (Frostspanner), Raupe (Apfelwickler), Puppe (Kohlweißling) oder ausgewachsener Schmetterling überdauert. Manche Arten bevorzugen auch wärmere Regionen zur Überwinterung und machen sich im Herbst auf in Richtung Südeuropa oder Afrika. Der Admiral und der Distelfalter gehören zu diesen Schmetterlingsarten.
Der Zitronenfalter kann besonders niedrige Temperaturen (bis zu minus 20 °C) ungeschützt an einem Zweig sitzend nahezu unbeschadet überstehen. Auch er hat sein eigenes Frostschutzmittel (Glycerin) im Körper, das ein Erfrieren verhindert. Zusätzlich lässt er einen großen Teil des im Körper eingelagerten Wassers ab, sobald es kalt wird.
Falter wie das Tagpfauenauge oder der Kleine Fuchs müssen dagegen frostfreie Winterquartiere finden. Sie suchen Unterschlupf in Höhlen, auf Dachböden, in Kellern und Garagen. Dort halten sie Winterruhe bis sie im Frühjahr wieder erwachen und auf Nektarsuche gehen können.




