Pflanzen-
samen auf Wanderschaft
Warum müssen Pflanzensamen auf Wanderschaft gehen?
Pflanzen wachsen meist gut verwurzelt in der Erde. Beine haben sie keine. Darum können sie ihren Platz von allein nicht verlassen. Wie alle Lebewesen wollen sie aber fortbestehen. Darum entwickeln viele Pflanzen Samen.
Die Mutterpflanze schickt ihre Kinder, die Samen, jedoch oft auf Wanderschaft. Warum? Weil der Platz ums sie herum begrenzt ist und möglichst viele neue Pflanzen Platz zum Wachsen haben sollen.
Je nach Pflanzenart kann die Wanderschaft nur wenige Zentimeter oder viele Kilometer lang sein.
Die dafür notwendigen Tricks und Strategien der Pflanzen stellen wir dir hier vor.
Tricks und Strategienmit fremder Hilfe
Soweit der Wind uns trägt
Häufig sorgt der Wind für die Verbreitung der Samen. Wenn der Wind ordentlich pustet und die Pflanze richtig durchschüttelt, lösen sich ihre Samen und werden weggeweht. Wenn sie Glück haben, landen sie an einem Platz, wo sie gute Wachstumsbedingungen vorfinden. Dort kann aus dem Samen eine neue Pflanze wachsen.
Einige Pflanzen haben ihre Samen zusätzlich mit kleinen Flughilfen ausgestattet. Dies können kleine Gleitschirme, Flügelchen oder Fallschirme sein. Das ist schlau, denn so können die Samen noch weitere Strecken zurücklegen und sich noch weiter verbreiten.
Da schwimmen wir davon
Ähnlich wie der Wind kann auch das Wasser am Transport von Samen beteiligt sein.Typische Schwimmsamen stecken in einer Hülle mit einem luftgefüllten Hohlraum.
So können sie im Wasser davonschwimmen und unbeschadet weite Strecken zurücklegen. Bis sie irgendwann an einem geeigneten Ort landen, an dem sie gute Wachstumsbedingungen vorfinden.
Beispiele dafür sind die Samen der Teichrose, der Seerose oder auch der Kokosnuss. Diese wächst natürlich nicht bei uns!
Häufig werden die Samen von Pflanzen, die an oder in Gewässern wie Seen oder Bächen wachsen, vom Wind aufs Wasser geblasen.Dort schwimmen sie dann zu neuen Ufern.
Unser Foto rechts zeigt eine junge Schwarzerle.
Auch ein starker Regen kann Samen von der Pflanze lösen, wegschwemmen und so verbreiten.
tierische Transportmittel
Zum Fressen gern
Manche Pflanzen „verpacken“ ihre Samen auch auf leckere Art. Äpfel, Zwetschgen, Hagebutten oder Beeren sind Beispiele dafür. Tiere lieben diese Früchte wegen ihres nahrhaften Fruchtfleischs. Sie fressen die Früchte, bewegen sich fort und scheiden die unverdaulichen Samen an einem anderen Ort wieder aus. Dort kann dann eine neue Pflanze aus den Samen wachsen.
Einige Tiere legen auch Wintervorräte aus Samen und Früchten an. Werden sie vergessen, wachsen daraus neue Pflanzen. Ein Beispiel dafür ist das Eichhörnchen. Im Herbst sammelt es Nüsse und Eicheln und vergräbt sie als Notration für den Winter. Manche davon findet es nicht wieder. Aus ihnen können neue Bäume wachsen.
Anhänglich wie Kletten
Auch auf Tiere als Transportmittel setzen Pflanzen wie beispielsweise Kletten. Ihre Früchte oder Samen haben kleine Widerhaken. Mit ihnen können sie sich im Fell von Tieren anheften. Bewegt sich das Tier fort, werden sie an einen anderen Ort transportiert. Dort fallen sie herunter und eine neue Pflanze kann wachsen. Weitere Beispielpflanzen mit „anhänglichen Samen“ sind die Wilde Möhre und der Odermennig.
Tricks und Strategienmit eigener Kraft
Schnippige Pflanzen
Bei allen bisher beschriebenen Verbreitungsstrategien benötigt die Pflanze Hilfe. Sei es durch Wind, Wasser oder Tiere.
Einige Pflanzen haben sich aber auch Mechanismen einfallen lassen, mit denen sie ihre Früchte und somit ihre Samen auch ohne fremde Hilfe verbreiten können.
Es gibt Streufrüchte, Schleuderfrüchte, Spritzfrüchte, Katapultfrüchte, Torsionsfrüchte und Explosionsfrüchte. Viele Pflanzen nutzen eine Mischung aus den verschiedenen Möglichkeiten.
Bei Springkraut und Storchschnabel explodieren die Samenstände, wenn die Samen reif sind. Dabei werden die Samen herausgeschleudert.
Ausläufer statt Samen
Einige Pflanzen wie die Erdbeere bilden zwar Samen, nutzen aber auch eine andere Art der Ausbreitung: Die Mutterpflanzen bilden kriechende Triebe oder Ausläufer. An ihren Enden entstehen neue Tochter-Pflänzchen, die schließlich Wurzeln bilden. Diese neue Pflanze hat genau die gleichen Gene wie die Mutterpflanze.
vom Menschenverbreitet
Vom Menschen kultiviert
Natürlich tragen auch wir Menschen zur Verbreitung der Samen bei. Absichtlich, indem wir Obst und Gemüse aussäen und anbauen. Aber auch unbeabsichtigt, indem wir Samen beispielsweise in unserer Kleidung oder in den Profilen unserer Autoreifen von einem Ort zum anderen transportieren.







