Rätselhafte
Entdeckung
sehr rätselhaft:Was verbirgt sich wohl darin?
Eine rätselhafte Entdeckung
Drei Tage später hat der heftige Regen endlich nachgelassen. Nur der Wind pustet immer noch gewaltig durch das Geäst. Der Boden der Waldlichtung rund um das Baumhaus ist vollkommen aufgeweicht. Wally Wildschwein sinkt mit ihren Klauen tief in den Matsch ein und wühlt mit ihrem Rüssel nach leckeren Engerlingen. Auf dem nahen Waldweg hat das Regenwasser tiefe Rinnen ausgespült. Fabio Fuchs folgt ihnen ein Stück. Dr. Bertold ist bereits auf Erkundungsflug unterwegs. Er will sehen, was das Unwetter angerichtet hat.
Und die beiden Gäste? Die sind bereits fleißig am Arbeiten. Wildo, die Waldmaus hat zuerst einmal die verlassenen Vogelnester in der alten Eiche begutachtet. Denn manchmal baut er sein Mäusenest einfach auf ein altes Vogelnest oder in eine morsche Baumhöhle. Doch der Sturm hat die Nester zu sehr beschädigt. Darum hat er beschlossen, doch lieber einen unterirdischen Bau anzulegen. Graben kann er nämlich auch sehr gut. Aber oha! Zum Graben benutzt er seine unteren Schneidezähne. Mit seinen Pfoten transportiert er nur die lockere Erde nach hinten ab.
Flavi, die große Gelbhalsmaus sieht das und staunt. Sie gräbt nicht so gern eigene Gänge. Stattdessen nutzt sie lieber vorhanden Baue. Maulwürfe und Wühlmäuse können perfekt graben. Und wenn diese einen Bau nicht mehr benutzen, zieht gern mal eine Gelbhalsmaus wie Flavi darin ein. Doch auch hier auf der Lichtung wurden die Maulwurfshügel vom Regen davongespült. Darum untersucht Flavi für den Anfang die Höhlen zwischen den Wurzel der großen Baumhaus-Eiche, so wie Fabio es vorgeschlagen hatte. Es dauert gar nicht lange und schon wird sie fündig.
Gerade macht sie sich auf die Suche, um den Boden mit weichem Moos und Blättern auszupolstern, als sie Wildos spitzen Schrei hört. „Was ist denn los?“, ruft sie erschrocken. Mit schnellen Sprüngen kommt sie an dem Loch an, in dem er nun lautstark jammert. Sie zwängt sich hindurch. Drinnen sitzt Wild in einer komfortablen Höhle. Aber er sieht gar nicht glücklich aus. Mit der Pfote wackelt er an einem Zahn – so ein Unglück, der ist locker! „Wie konnte das denn passieren?“, fragt Flavi mitfühlend.
Wildo reibt sich vorsichtig die Mauseschnauze und nuschelt dabei undeutlich vor sich hin. Die Worte „super hart“ und „daran hängen geblieben“ kann Flavi verstehen. Wildo deutet in eine dunkle Ecke in der Höhle. Flavi kann mit ihren riesigen Kulleraugen auch im Dunkeln gut sehen. Sie schaut nach, was Wildo gemeint haben könnte.
Vorsichtig tastet sie die Erde zwischen den Eichenwurzel ab. Plötzlich berühren ihre Pfoten etwas Kaltes, Hartes. Sie kratzt ein wenig daran und löst immer mehr Erde drum herum ab. Dann klopft sie daran. „Tock-tock.“ Ein hohles Geräusch ertönt. „Was ist das denn?“, wundert sich Flavi so laut, dass auch Wildo es hört.
Nun wird auch er neugierig und kommt heran. Noch einmal klopfen beide an der harten, glatten Fläche: „Tock-tock“ und „Tock-tock“ ertönt es wieder.
Vor lauter Spannung vergisst Wildo seinen schmerzenden Wackelzahn. Mit vereinten Kräften lockern sie mehr und mehr Erde. So legen sie nach und nach die Hälfte einer kleinen Kiste frei. Sie ist aus hartem Holz und an den Ecken mit verziertem Metall verstärkt. Doch sie steckt unbeweglich fest zwischen den Baumwurzeln. Und groß ist die Kiste: Mindesten so hoch wie Flavis Schwanz lang ist und zweimal so breit! „Ich glaube, wir haben hier eine Schatzkiste entdeckt!“, raunt Wildo. Auch Flavis große runde Ohren zittern vor Aufregung.
Die nächsten Tage haben sie nun noch mehr zu tun: Ihre neue Bleibe muss hergerichtet und für die kalte Jahreszeit vorbereitet werden. Außerdem müssen sie sich beide ihren Futtervorrat anlegen. Und natürlich weiter versuchen, die Kiste freizulegen. „Was da wohl drin sein mag?“, rätseln die beiden.
